Empfohlener Beitrag

Challenge-Übersicht 2024

Dienstag, 26. Oktober 2021

Die Montagsfrage 25.10.2021 - Ausschluss von Buchmessen


Nach den aktuellen Ereignissen auf der Frankfurter Buchmesse am letzten Wochenende hat Antonia eine dazu passende Montagsfrage für uns:

Die Montagsfrage #141 – Sollten Verlage/Autoren von Buchmessen ausgeschlossen werden können?

Ich bin hinsichtlich der Ereignisse, und damit auch hinsichtlich der Beantwortung dieser Frage zwiegespalten. 

Auf der einen Seite haben wir hier die Meinungsfreiheit. Jeder kann seine Meinung vertreten und auch in Bücher kundtun, solange wie es keine strafrechtlichen Bezüge trägt. Dabei muss es egal sein, ob diese Meinung rechts, links oder was auch immer ist. Insoweit finde ich einen Ausschluss bestimmter Verlage von Buchmessen schwierig zu rechtfertigen. Sie verstoßen mit ihrem Angebot gegen keine Gesetze und haben sich auf einen Platz auf der Messe wie alle anderen beworben. 

Schwieriger finde ich den Umgang der Buchmesse mit diesen Verlagen. Sich auf die Meinungsfreiheit zurückzuziehen und sonst die Hände zu heben, geht auch nicht. Es ist nun nicht so, als hätte es nicht schon Vorfälle durch Anhänger und im Umfeld dieser Verlage gegeben. Und dann ist man so unsensibel und plaziert sie auch noch genau neben dem Podium, wohl wissend was dort für Veranstaltungen stattfinden. Wenn man diesen Verlagen Raum gibt, um sie wie alle anderen zu behandeln, kann man das auch am anderen Ende der Messehalle tun. Die Verteilung der Stände bestimmt allein der Veranstalter. Und an so einem prominenten Ort macht man zu viele Besucher darauf aufmerksam und provoziert Probleme.

Eine Absage durch verschiedene Verlage und die betroffenen Diskussionsteilnehmer sehe ich auch nicht als richtigen Weg. Besser wäre es gewesen, geschlossen aufzutreten und die Veranstalter hinsichtlich des Schutzes voll in die Pflicht zu nehmen. So hat man den Weg für die rechten Verlage erst recht freigemacht und die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt. Natürlich kann man jetzt sagen, ich mache es mir zu leicht, da ich nicht in der Situation bin. Aber zurückzustecken ändert an dem Problem nichts und führt auch nicht zu einer Änderung beim Veranstalter. Auch die Diskussionen hier und anderweitig werden das Problem nicht lösen. In erster Linie muss der Veranstalter seinen Umgang mit den rechten Verlagen verändern. Aber nicht durch einen Ausschluss, sondern durch eine angemessene Platzierung. Da gibt es Möglichkeiten.

Wie steht ihr zu dieser Angelegenheit?

Liebe Grüße

Christin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen